Was fragt der Gast

„Woher kommt eigentlich der Name „Greetsiel“?“

Bei dieser Gelegenheit können wir einmal mit einem Irrglauben aufräumen! Viele Leute meinen nämlich, das Wort „greet“ ist einfach alt- oder plattdeutsch für „groß“ (great), so dass Greetsiel so viel wie „großes Siel“ bedeutet. Das würde ja auch Sinn machen, wenn man bedenkt, dass im Mittelalter Hamburger Schiffe im Greetsieler Hafen lagen und Zoll entrichten mussten, wie aus Briefen aus dem Jahre 1388 zu entnehmen ist (1. urkundliche Erwähnung unseres Ortes).

 

Trotzdem ist das falsch! Die richtige Antwort ist, dass die im Mittelalter mächtige und wohlhabende Häuptlingsfamilie Cirksena das Siel und den Hafen in der „Greet“ oder „in der Greede“ hat bauen lassen! Das ist vielmehr ein alt- und plattdeutsches Wort für den Begriff „Groden“ (engl. to grow = wachsen, anwachsen). Das wiederum bezeichnet ein von der See aufgeschwemmtes Neulandgebiet, das durch Ebbe und Flut entsteht (also Verlandung). Die Menschen damals hatten bereits Deiche gebaut, um dieses Neuland zu schützen. Dadurch verdichtete sich das sehr fruchtbare Neuland und wurde nutzbar (ein „Polder“ bezeichnet im Grunde das Gleiche, nur später – wie z.B. Leybuchtpolder, welches erst um 1950 entstanden ist).

 

Übrigens: die erste urkundliche Erwähnung des Hafens war zwar 1388 – die Kirche aber wurde schon ab 1380 gebaut! Das deutet also auf eine noch frühere Besiedelung hin.

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